Latein am Cusanus-Gymnasium
„Cogito, ergo sum“ („Ich denke, also existiere ich“)
René Descartes
Das Schulfach Latein gilt oft als „tote Sprache“, ist jedoch lebendiger, als viele denken. Als Sprache des antiken Römisches Reich prägte Latein über Jahrhunderte hinweg Kultur, Wissenschaft, Recht und Religion in ganz Europa. Noch heute finden sich lateinische Begriffe in vielen modernen Sprachen sowie in Fachgebieten wie Medizin, Jura oder Theologie wieder.
Der Mehrwert für Schülerinnen und Schüler liegt vor allem im systematischen Sprachtraining. Durch das Übersetzen lateinischer Texte lernen sie, Grammatikstrukturen genau zu analysieren, Satzgefüge zu durchdringen und Bedeutungsnuancen bewusst wahrzunehmen. Diese Fähigkeiten stärken das Sprachgefühl – nicht nur im Deutschen, sondern auch beim Erlernen weiterer Fremdsprachen wie Französisch, Spanisch oder Italienisch.
Darüber hinaus vermittelt Latein einen tiefen Einblick in die antike Kultur, Philosophie und Geschichte. Texte von Autoren wie Cicero oder Ovid eröffnen den Zugang zu zentralen Fragen menschlichen Denkens: Gerechtigkeit, Politik, Liebe oder Moral. Schülerinnen und Schüler lernen dadurch, kulturelle Wurzeln Europas besser zu verstehen und kritisch zu reflektieren.
Latein fördert somit analytisches Denken, Ausdrucksfähigkeit und kulturelle Bildung – Kompetenzen, die weit über den Unterricht hinaus von Bedeutung sind.


Latein - ein Fach mit Zukunft
Das von manchen befürchtete Ende des Latein-Unterrichts hat sich bisher trotz der neuen zusätzlichen vierten Säule am Cusanus-Gymnasium St. Wendel, dem künstlerisch-musischen Zweig, nicht angekündigt, denn "Latein lebt auch in anderen Sprachen und Fächern weiter" (Original-Zitat Lateinklasse 8) und ergänzt diese ganz konkret, wie etwa Deutsch oder Französisch, Geschichte oder Religion, Kunst oder Ethik, Technik und Naturwissenschaft. Oder liefert - gepaart mit Wissen etwa aus Archäologie, Anthropologie und Neuro-Psychologie - Erkenntnisse über den Lehrplan hinaus zur europäischen Kultur, zu Lernoptimierung oder zur Antike-Rezeption bis zur Moderne. Diesem Sachverhalt wird durch jährlich stattfindende Exkursionen (z.B. nach Augusta Treverorum/Trier oder Moguntiacum/Mainz) Rechnung getragen.
Kontinuität und Konsequenz, Disziplin, Spaß und gegenseitiger Respekt spielen langfristig die entscheidende Rolle beim Erhalt eines lebendigen Latein-Unterrichts. Da bedarf es keiner Zwangsmaßnahmen, um gerne in die Schule zu kommen.
Deshalb will ich aller Cassandra-Rufe zum Trotz - auch über meine Ruhestands-Grenze 2028 hinaus, sofern es meine Gesundheit, das Bildungsministerium und unsere Schule zulassen - dem Fach Latein am Cusanus-Gymnasium St. Wendel weiter zur Verfügung stehen, "ne lingua Latina quid detrimenti capiat" (frei nach Cicero, In Cat. 1,4: "damit die lateinische Sprache keinen Schaden nehme").
Die Fachschaft Latein

Die Fachschaft Latein besteht zur Zeit aus dem Kollegen Matthias Hans.
