Das Ruhrgebiet, Deutschlands größte Metropolregion, ist heute vor allem als ehemalige Ansammlung von Steinkohl-Zechen und Eisenhütten bekannt. Genau das war das Ziel der Kursfahrt der Erdkunde-Grundkurse von Herrn Krämer und Herrn Bieringer Anfang Juni 2026. Thema der Exkursion waren der Strukturwandel und die Industrie des Ruhrgebiets, passend zur damaligen Unterrichtseinheit.

Pünktlich um 7:49 Uhr, rund eine gemütliche Minute vor dem Zeitplan, ging es vom Kirmesplatz los. Über die A1 bei Nonnweiler, die A48 nach Koblenz, die A61 und schließlich die A3 gelangten wir sicher ins Ruhrgebiet. All diese Informationen kann man in den von Schülerinnen und Schülern selbst angelegten Protokollen nachlesen, denn ein wichtiger Teil der Exkursion war auch die Ergebnissicherung, beispielsweise durch besagte Protokolle sowie Vorträge vor Ort oder im Unterricht. Da es hauptsächlich um die fachliche Wissensgewinnung ging, begann Herr Krämer bereits bei der Einfahrt in die Metropolregion Ruhr mit einer Einführung, in der er uns regionale Besonderheiten näherbrachte. In diesem ersten Vortrag legte er den Fokus auf die charakteristische Dichte der Region. Nach diesem kurzen Vortrag waren wir auch schon an unserem ersten Ziel angekommen: der Innenstadt Oberhausens. Hier betraten wir zunächst den Bahnhof der Stadt. Dieser ist prägend für die Region, da er heute als „historische Keimzelle der Stadt“ bezeichnet wird. In der Entstehungsphase Oberhausens wurde das gesamte städtische System um den Bahnhof herum aufgebaut. Er gehört zu den ersten Bahnhöfen des Ruhrgebiets, und das, obwohl Oberhausen damals noch kaum existierte. Daraufhin unternahmen wir einen kurzen Rundgang durch die Innenstadt. Unsere Aufgabe war es, die Merkmale einer City festzustellen – ein neuer fachlicher Begriff, den Herr Krämer zuvor auf einem verregneten Platz erläutert hatte. Anschließend verglichen wir die Städte St. Wendel, Saarbrücken und Oberhausen. Nachdem wir die Innenstadt verlassen hatten, ging es zu einem der zentralen Punkte der Exkursion: dem Centro. Als eines der größten Einkaufszentren Europas bietet es eine enorme Auswahl an Geschäften und Restaurants. In Kleingruppen durften wir das Areal selbstständig erkunden. Neben dem Freizeitvergnügen hatten wir allerdings auch den Auftrag, die räumliche Verteilung der verschiedenen Geschäfte zu dokumentieren. Nach reichlich neuen Eindrücken und drei Stunden Freizeit war es dann aber auch schon Zeit, uns auf den Weg zur Jugendherberge zu machen. Diese befand sich direkt am Landschaftspark Duisburg-Nord, einer ehemaligen Eisenhütte. Bei der dortigen Führung konnten wir sogar bis ganz nach oben hinaufklettern, auch wenn sich der eine oder die andere zwischendurch entschied, nicht weiter aufzusteigen. Ganz oben folgte ein weiterer Vortrag, dieses Mal von Herrn Bieringer über die Funktionsweise der Hochöfen. Nach einem kurzen Fototermin begann auch schon das erste WM-Spiel auf dem Weg nach unten. Während wir den Abend ausklingen ließen, konnten wir somit das Spiel mit den meisten roten Karten des bisherigen Turniers genießen. Pünktlich um 8:30 Uhr am nächsten Morgen ging es dann erneut in den Bus. In Duisburg sammelten wir unsere Tourguides ein, die uns von nun an den gesamten Tag über zu verschiedenen Stationen begleiteten. Die erste davon war der Duisburger Innenhafen, wo uns auch der erste von insgesamt vier Vorträgen des Tages erwartete. Unser Guide erklärte uns, dass sich der Duisburger Innenhafen von einem einstigen Industriehafen zu einem lebendigen Stadtquartier gewandelt hat, das Arbeiten, Wohnen und Freizeit miteinander verbindet. Entlang der historischen Speichergebäude reihen sich heute moderne Gastronomiebetriebe, Museen und Büros, die besonders abends eine stimmungsvolle Atmosphäre am Wasser schaffen. Im Anschluss fuhren wir erneut zum Centro, sowohl zur Nahrungsaufnahme als auch zur Betrachtung der beiden Gewässer in seiner Nähe, der Emscher und des Rhein-Herne-Kanals. Danach folgte der Tetraeder in Bottrop, ein sehr anschauliches Bauwerk, das auch auf dem Bild dieser Seite zu sehen ist. Der letzte Vortrag fand schließlich an der Zeche Zollverein in Essen statt, einer stillgelegten Steinkohle-Zeche. Die Zeche Zollverein, einst die größte Steinkohlenzeche der Welt, ist heute ein beeindruckendes UNESCO-Welterbe und das architektonische Wahrzeichen des Ruhrgebiets. Das imposante Industriedenkmal verbindet faszinierende Bergbaugeschichte mit moderner Kultur und beherbergt heute bedeutende Museen, Ausstellungen und Veranstaltungsorte. Nach dem letzten Vortrag verabschiedeten sich die Guides am Essener Hauptbahnhof von uns, und es war Zeit für den Heimweg. Auf der Rückfahrt schlossen wir die Exkursion mit einem letzten Vortrag ab, in dem Herr Krämer weitere interessante Details über die Region vermittelte. Mit diesem charakteristischen Abschluss endete schließlich auch die Exkursion. Ich spreche eine persönliche Empfehlung für diese Fahrt aus und hoffe, dass die Exkursion auch in Zukunft weiterhin stattfinden kann.

 

Von Tom Staub und Henri Fenrich